Aktuelles - Patientenbriefe

PATIENTENBERICHTE VON VELLORE - September 2017

Auswahl von Patientenberichten, die im Missionskrankenhaus Vellore behandelt und teilweise oder ganz unterstützt wurden.
Vielen Dank für die Hilfe!

Magathi

Magathi, ein Mädchen zwischen 10 und 12 Jahre alt, wurde in der Kinderklinik fünf Tage stationär behandelt. Gebracht wurde sie von Chennai mit dem Bus, etwa 125 Kilometer von Vellore entfernt.
Der Vater des Mädchens, Motorradmechaniker von Beruf, verdient im Monat durchschnittlich 60 Euro. Er hat früher sechs Jahre die Grundschule besucht. Er lebt mit Frau und zwei Kindern in einer Lehmhütte zur Miete. Die Familie kann sich zwei Mahlzeiten am Tag leisten.
Die Mutter hat kein eigenes Einkommen und hat, wie ihr Mann, in ihrer Kindheit nur wenige Jahre die Schule besucht. Die Mietkosten drücken das Monatseinkommen noch weiter nach unten.
Magathi wurde mit einer Erkrankung der Bronchien in die Klinik gebracht. Außerdem litt sie unter Husten- und Krampfanfällen. Sie erhielt intravenös Antibiotika und Mittel zur Bekämpfung der Anfälle.
Die Behandlung konnte aus Spendenmitteln des Freundeskreises Vellore in Deutschland übernommen werden.

Frau Radhika

Frau Radhika ist 47 Jahre alt und war fünf Tage zur Bestrahlung in Vellore stationär aufgenommen worden. Sie kam von Westbengalen zwei tausend Kilometer mit dem Zug zur Behandlung. Sie arbeitet sieben Tage für umgerechnet 60 Euro Lohn als Haushaltshilfe. Sie hat nie eine Schule besuchen können. Sie lebt mit drei Kindern in einer eigenen Lehmhütte. Die Familie kann sich drei Mahlzeiten am Tag leisten.
Frau Radhikas Ehemann, von Beruf Lastwagenfahrer, konnte die Grundschule besuchen. Er hat sich inzwischen von seiner Frau getrennt. Doch unterstützt Radhikas Bruder jetzt seine Schwester und die drei Kinder.
Radhika hatte einen Knoten in der Brust, der zuvor schon chirurgisch entfernt worden war. Damals erhielt sie anschließend eine Chemotherapie. Sie kam jetzt zu einer Anschlussbehandlung in der Strahlenabteilung. Am Ende der Behandlung betrug die Rechnung umgerechnet 145 Euro, die aus Spenden des deutschen Freundeskreises bezahlt wurde.

Herr Mevala Chinnabba

Herr Mevala Chinnabba, 60 Jahre alt, lebt mit seiner Frau in Chittoor, 60 Kilometer entfernt von Vellore. Ihre Behausung ist äußerst primitiv. Sie besteht aus einem Gestell aus Stangen, gegen eine Mauer gelehnt und mit einem Sichtschutz aus geflochtenen Palmblättern verkleidet. Dafür bezahlen sie Miete. Elektrischen Strom, Wasser und eine Toilette gibt es nicht. Der öffentliche Wasserhahn spendet nur dreimal in der Woche für einige Stunden Wasser.
Mevala Chinnabba hat drei Söhne, die alle verheiratet sind und ihre eigenen Familien haben. Von Beruf war Mevala Chinnabba landwirtschaftlicher Hilfsarbeiter. Wegen seiner Erkrankung ist er jetzt arbeitslos. Er und seine Frau werden vom jüngsten Sohn unterstützt, der als Tagelöhner rund 60 Euro im Monat verdient. Es reicht zu drei sehr einfachen Mahlzeiten am Tag. Ersparnisse Sind keine vorhanden.
Mevala Chinnabba erlitt einen schlimmen Unfall, bei dem es zum offenen Bruch des linken Schienbeins kam. Man brachte ihn in ein lokales Krankenhaus, in dem der notwendige chirurgische Eingriff erfolgte. Doch bekam der Patient nach einem halben Jahr immer stärkere Schmerzen, das Bein schwoll an, und Eiter floss ab. Man brachte ihn in dasselbe Krankenhaus zur Behandlung, in dem der Nagel entfernt wurde mit dem Rat, sich noch einmal operieren zu lassen.
Man brachte ihn dann zur weiteren Beratung und Behandlung nach Vellore. Hier stellte sich heraus, dass das Schienbein an der Bruchstelle nicht zusammengewachsen war. Die nächstliegende Aufgabe war, die Infektion mit Hilfe intravenös gereichter Antibiotika zu überwinden. Eine tägliche Wundbehandlung wurde begleitet von physiotherapeutischen Maßnahmen.
Nach acht Tagen und einer Besserung des Zustands wurde er aus der stationären Behandlung entlassen mit der Bitte, für weitere Maßnahmen der Nachsorge in die Ambulanz zu kommen. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 253 Euro.
Mevala Chinnabbas Sohn konnte einen Teil der Rechnung bezahlen. Der Rest des Betrags wurde aus Spenden des Freundeskreises Vellore und von der Krankenhausabteilung übernommen.