Schwerpunkte

Das Krankenhaus

Das Einmalige von Vellore ist die Verbindung von medizinischer Hilfe und ganzheitlicher Zuwendung in 250 Dörfern im Umfeld des Krankenhauses. Sie schließt praktische Hilfsmaßnahmen bis hin zur Schaffung von Verdienstmöglichkeiten für Eltern, die ihre Kinder kaum ernähren können, ein.

Zur Untergliederung der Arbeit sind zwei Organisationen in Vellore entstanden: Bei der CHAD-Arbeit, Community Health and Development, geht es um Gesundheits- und Entwicklungsfragen in einzelnen Kommunen.

Die andere Organisation trägt den Namen: RUHSA und bedeutet Rural Health and Social Affairs. Das Ziel ist die Krankheitsbekämpfung im Vorfeld durch Schaffung von sanitären Einrichtungen auf dem Land und durch Anhebung des Lebensstandards mit verbesserter Ausbildung junger Menschen und Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen.

Einheimische Menschen

Das Bemerkenswerte am Missionskrankenhaus Vellore ist, dass es ab 1918 in seine ersten medizinischen Kurse nur Frauen aufgenommen hat. Von der ursprünglichen Zielsetzung her, Frauen Geburtshilfe zu leisten und auch Kinder medizinisch zu versorgen, ist das völlig verständlich. Im Lauf der Jahre jedoch änderte sich die gesellschaftliche Situation in Indien, so dass auch Männer Frauen behandeln durften.

So wurde das medizinische Ausbildungsinstitut für Frauen in Vellore unter der Leitung von Dr. Ida zu einem Medical College aufgewertet mit Ausbildungs- und Studienplätzen sowohl für Frauen als auch für Männer.


Person: Jesudason Person: Ponnia

Es ist der ursprünglichen Aufgabenstellung angemessen, dass zum hundertjährigen Jubiläum des Missionskrankenhauses Vellore im Jahr 2000 ein großes Mutter-Kind-Zentrum errichtet wurde, weil Frauen und vor allem Mädchen immer noch in vielfältiger Weise einer besonderen Förderung bedürfen.


Bei Jungen gehen die Eltern im Krankheitsfall sehr viel schneller zum Arzt als bei Mädchen. Mädchen werden häufiger abgetrieben oder man lässt sie als Säugling einfach sterben, wenn sie nicht willkommen sind. Die Unsitte der hohen "Mitgift", die Eltern an die Angehörigen des Bräutigams zahlen müssen, wenn sie eine Tochter verheiraten wollen, spielt dabei eine nicht geringe Rolle.

Leukämiekrankes Kind

Der partnerschaftliche Umgang von Ärztinnen und Ärzten mit Krankenschwestern und Pflegern zeigt sich darin, dass Krankenschwestern bei entsprechender Zusatzausbildung promovieren können und dann in spezialisierten Bereichen, etwa bei Patienten mit Knochenmarkstransplantation, außerordentlich hilfreich sind.

Blick in das Stationszimmer